Puzzlement

Gestern Heute Morgen

Es gibt kein Werden. Nur ein Sein. Plötzlich da sein. Immer wieder.

Ich strecke mich und mit einem Schlag bin ich am Leben. Ich pulsiere. Existiere. Ein Zellhaufen. Stummelig. Unförmig. Das bin ich.

Nun würde ich wachsen und gedeihen, ganz bewusst. Mit dem Wissen, dass alle Klarheit bald verschwunden sein wird. Die Erinnerung an mein Jetzt wird schon bald noch nicht einmal das sein. Ein Gestern wird es am Nullpunkt für mich nicht mehr geben.

Ich höre und sehe nichts, alles was ich kann, ist mich treiben lassen. Ihr da draußen seid glücklich, hier drinnen ist nur Suppe. Wabern. 46 Entscheidungen wurden gefällt. Unwiderruflich. Mich hat keiner gefragt.

Ich entstehe, weil ihr da draußen euch ein Morgen erschaffen wollt, an dem ihr euch festklammern könnt. Euer Jetzt reicht euch nicht.

Die Entwicklung lässt sich nicht aufhalten, alles wächst. Immerzu. Ständig. Es tut weh. Höllische Schmerzen. Es wird deutlich, warum das Vergessen einen Sinn macht. Ich möchte schreien. So helft mir doch! Doch für euch da draußen geht einfach nur die Sonne auf. Immer wieder.

Bald habe ich alles, was ich einmal brauchen werde. Auch sehen kann ich nun. Ich bemerke es, als ich vor Entsetzen und Schmerzen die Augen aufreiße. Es ist nicht viel, was ich sehe. Nur eines weiß ich sofort: ich will das nicht. Ich habe Visionen. Alles ist vorgesehen. Ich werde da sein. Nichts können. Ohne fremde Hilfe nicht überleben können. Ich muss mich allem stellen, den ganzen langen Weg gehen. Ich muss lernen, Fehler machen, mich korrigieren, es besser machen. Immer wieder. Oder es sein lassen und dafür verachtet werden. Doch es ist gleich, was ich tun werde. Es wird geschehen, wie es einst entschieden wurde. Ich werde an Schicksal glauben. Dümmlich. Unwissend, nicht ahnend, dass ich es nicht beeinflussen kann, wie ihr mir weiszumachen versuchen werdet. Ich werde vergessen haben, was ich in diesem Moment so klar vor mir sehe. Es widert mich an. Ich entscheide mich. Ich vergesse, dass auch ihr da draußen irgendwann im Hier und Jetzt gewesen seid.

Ihr gebt mir einen Mund, damit ich einmal reden kann. Doch was nützt er mir, wenn ich von meinem Jetzt nicht mehr berichten kann? Ich missbrauche ihn und beginne, in mich selbst zurück zu kriechen. Alles was ich euch da draußen noch geben kann ist ein Sonnenuntergang. Ihr werdet nervös und eure Tage werden dunkler. Dämmerung. Ich kehre zurück. Zum Nullpunkt. Dann bin ich verschwunden. Zurück bleibt euer Gestern. Ohne Morgen.


>>> Lauschen!


 

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