BLOODY

Eindringling

Mein Name ist Schall und Rauch und das ist mein Geständnis.

Bis heute habe ich dir nicht offenbart, dass unser Aufeinandertreffen kein Zufall war. Ich wollte dir deinen Glauben nicht nehmen. Immer wieder hast du dem Schicksal gedankt, dass wir zur selben Zeit am selben Ort gewesen sind. Niemals würde ich dir erzählen, dass alles, wirklich alles, von langer Hand geplant war, akribisch eingefädelt. Es käme einer Schuldanerkennung gleich und das wäre das Letzte, was ich dir zugestehen würde.

Ich wusste genau, welche Schlüsselworte dich reizen würden. Auf einer gewissen Ebene sind wir vom gleichen Schlag und deshalb war es mir ein Leichtes, dich einzufangen. Die von dir an den Tag gelegte Scheu war nur Fassade und du wusstest insgeheim sofort, dass ich das erkannt hatte. Bereitwillig ließt du zu, dass ich sie Stück für Stück abkratzte und dich freilegte. Ich platzierte dich genau dorthin, wo und wie ich dich haben wollte. Es sollte bequem für mich sein und mir das Eindringen erleichtern.

Ich ließ es langsam angehen. Im Augenblick deiner höchsten Erregung zog ich sanft an deinen Haaren. Wirklich sehr sanft, ja zärtlich sogar, so dass du es eher unbewusst wahrnehmen musstest, als dass du es tatsächlich bemerken konntest. Es war der perfekte Moment für einen zunächst nur leichten Klaps auf deinen bebenden Hintern. Irgendwann hatte ich irgendwo einmal irgendetwas über „positive Verstärkung“ gelesen und es so gedreht, dass es für mich passte. Während ich dich genüsslich von hinten nahm und dich immer wieder aufforderte, dich gehen zu lassen, stellte ich mir vor, wie die Schaltungen in deinem kleinen Spatzenhirn, den dir durch mich besorgten Orgasmus mit dem leichten Schlag auf deinen süßen Po verknüpften. Du stöhntest laut auf als du kamst. Gewaltig. Und so ging es weiter. Mit jedem Fick mutete ich dir mehr und mehr zu und stellte erfreut fest, dass meine Arbeit schnell Früchte trug. Schon bald warfst du mir sehnsuchtsvolle Blicke zu, als könntest du es nicht erwarten, dass ich dich endlich schlagen würde. Und dein verdammter Wunsch war mir Befehl. Dann endlich… floss Blut. Dein wunderschöner Lebenssaft benetzte mich und ließ mich explodieren.

Immer wieder pflanzte ich meinen kranken Samen in dich. Während ich ihn laut stöhnend tief in dich hineinspritzte, schriest du vor Begeisterung gierig nach mehr und mehr. Du warst eine emsige, fleißige Schülerin und lerntest rasch, wie du mich zur Weißglut bringen konntest. Dich so, in Blut und Demut wälzend, zu sehen, ließ meinen Schwanz und mein Herz zugleich versteinern. Du mutiertest zu einer phantastischen Meisterin im Spiel der abartigen Unartigkeiten. Ich lachte und schaute, zufrieden mit meinem Werk, von oben auf dich herab.

Meine Lust vernebelte mir die Sinne. Ich sah nur rot und diese Farbe bedeutete stets, dass du es bist, die leidet. Du unter mir, ich in dir, ich auf dir, überall Blut, soviel von deinem herrlichen Blut. Wie hätte ich bemerken sollen, dass es sich längst mit meinem vermischte? Ich spürte nicht, dass der Anteil deines Blutes plötzlich verschwindend gering geworden war. Es verschwand in Strömen, du behieltest es einfach ein, tauschtest es aus. Du hast mich ausgewechselt. Wie konnte ich übersehen, dass du in mich hineingekrochen warst? Mir schwindelte, als ich feststellte, dass du diejenige bist, die mir meinen Glauben genommen hatte. Nein, du hast ihn vielmehr an dich gerissen, ihn aufgefressen, dir einverleibt. Und dein Stigma darin eingehüllt.

Es dämmert.

Irgendwo da draußen.

Und in mir.

Meine letzten Worte kommen nur stockend über meine spröden Lippen: „Ich bekenne mich…“, krächze ich, während ich mir erstaunt der Perspektive gewahr werde, „… schuldig!“

Mich so, in Blut und Demut wälzend, zu sehen, lässt meinen Schwanz und mein Herz zugleich absterben. Du lachst. Und schaust, zufrieden mit deinem Werk, von unten auf mich herab.



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2 Kommentare zu “Eindringling

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