Inside-Out

Und dann

?



Und dann dachtest du, dass die Tiere schlafen. Vielleicht auch, dass sie vor lauter Schlafen verstorben sind. Tatsächlich aber waren sie unterwegs, zogen ihre Kreise, kamen langsam näher, schlichen sich an, so hinterrücks.


Und dann hast du erkannt, dass du das Ende deiner Kräfte erreicht hast. Den Punkt, von welchem aus es einfach nicht weitergeht. Nicht nach vorne. Und zurück willst du ja auch nicht mehr. Und dann stellst du fest, dass all die Lehrer und Meister ausgeflogen sind, dass sie sich um alles kümmern, nur nicht um dich. Du überlegst, ob das eben genau die Lektion sein soll. Ein akribisch ausgetüftelter Plan, der dich fordern und fördern soll. Und dann denkst du, wie schön das doch wäre. Bis zu dem Moment, in dem du zugeben musst, dass du dich sehr wahrscheinlich irrst und nur Hoffnung dich in die Irre leitete. Und dann suchst du deine Leidenschaft, kannst sie aber nicht mehr finden. Du erinnerst dich daran, wie sehr sie brannte und sogar weit entfernt noch zu sehen war. Bis tief ins Land hinein warf dein Feuer sein Licht.

Und dann stehst du plötzlich auf dieser Grenze, nicht davor, nicht dahinter, sondern genau auf ihr drauf. Du erinnerst dich an ihre Worte. Du sollst dich trauen, sie zu übertreten. Oder wenigstens eine Weile auf ihr spazieren gehen. Und dann sagten sie dir, dass Fallen keine Schande sei, dass du nur gefälligst wieder aufstehen sollst, weitergehen, der Weg würde sich schon finden. Doch da ist kein verdammter Weg und du verteufelst sie. Und dann tut es dir leid und du fängst an, dich selbst zu verwünschen, für deine Blindheit. Du erwägst, dir die Augen herauszuschneiden, sie sind doch ohnehin zu nichts mehr fähig. Sie sehen einfach nichts.

Und dann säst du Fragen über Fragen, aber Antworten erntest du keine. Stattdessen schenken sie dir ein Schulterzucken und setzen sich in Pose. Ihre Antwort ist, dir zu zeigen, wie toll und wunderbar sie selber sind. Und dann erkennst du die wahren Tiere. Du lehnst dich zurück und schaust ihrem Treiben zu, wie sie um dich herum scharwenzeln und sich dabei unermüdlich um sich selber drehen.

Und dann enttarnst du die Kreaturen, reißt ihnen ihre Masken von den Fratzen und strafst sie mit einem spöttischen Lachen. Und dann hast du wieder nicht begriffen, dass der schlimmste und gefährlichste Dämon in dir selber ruht.


!



 

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