GuestSpot/T

GuestSpot: Grüner Tee

WhoooWhooo!!! Willkommen im Gästehaus von Mrs.McH!

Hier finden sich ab sofort Texte befreundeter Freaks & Co., die an anderen Stellen in der Form nicht veröffentlicht werden können oder sollten. Daher hier ein HHH (ein Haus, eine Heimat und Hühnersuppe) von mir dafür! Selbstverständlich in Absprache und verbunden mit meinem tiefen Dank ♥ Feedback wird umgehend weitergeleitet…

Name des Schriftstellers & SPOT ON: „Such dir was aus

(Das war die Antwort auf meine Frage, unter welchem Namen, ich den Text präsentieren darf. Tatsächlich heißt der gute Kerl Tobi. Vielleicht auch Toby. Wir konnten uns nicht einigen).

>>> SPOT ON >>>



Grüner Tee

Ich nehme die Teebeutel aus der Kanne und drücke sie aus.
Grüner Tee ist das beste nichtalkoholische Getränk der Welt, vielleicht abgesehen vom Monster Rehab Green Tea. Vor mir ein Blatt Papier und mein Füller, der mit der breiten Spitze, mit dem man so schön schreiben können soll. Aber eigentlich sieht es nur kitschig aus, irgendwie melancholisch und verträumt. Ich nehme einen großen Schluck Tee und verbrenne mir den Mund, ziehe an meiner E-Zigarette und beginne zu schreiben.


4. Juni 2014

Letzte Nachricht

Scheitern kam nie in meinem Wortschatz vor.
Aufgegeben habe ich nie.
Aber jetzt will ich die Seiten wechseln.

Ich habe keine Lust mehr Teil von dieser Gesellschaft zu sein, die sich ständig im Krieg befindet.
Gegen sich selbst, wie auch gegen andere.
Wobei ersteres meist der Grund für letzteres zu sein scheint.

Ich habe keine Lust mehr mitzumachen und meine Zähne in das Fleisch der anderen zu schlagen, nur damit ich selbst satt werde.
Und auch nicht darauf anderen dabei zuzusehen.
Ich steige aus.

Was ich vermissen werde, ist der Anblick des jungfräulichen Himmels, morgens zwischen 4 und 6 Uhr.
Wenn das Licht weiß ist und alles unverblümt zeigt.
Nicht romantisiert durch das rote Licht während des Sonnenuntergangs.

Ich werde die Menschen vermissen, die mir etwas bedeuten.
Dieses gemeinsame, ehrliche Lachen.
Die Blicke, die signalisieren, dass man sich versteht, auch ohne Worte.

Ich bin raus.
Vermisst mich nicht.


Die Entscheidung ist mir schwer gefallen.
Und ich trinke den Tee aus.
Schaue auf das Blatt zurück und gehe aus meinem Zimmer.
Ich gehe raus auf die Straße und zur Bahnhofsbrücke.

Ich sehe, wie ein Typ auf einen Gehbehinderten einschlägt und ihn auffordert, ihm sein Geld und sein Handy zu geben.
Ich atme tief durch und gehe ans Geländer.
Schaue in die Sonne und trete diesem Arschloch von hinten an den Kopf.
Er stürzt.
Und trete noch einmal auf seinen Kopf.
Es knackt und er bewegt sich nicht mehr.
Ich werfe ihn über die Brüstung, neben die Schienen und helfe dem Gehbehinderten auf.

Dann gehe ich nach Hause, mache mir eine neue Kanne Tee.
Nehme eine Rasierklinge und schneide meinen Bart.

Ich werfe die Tabletten ein und trinke den grünen Tee, der mittlerweile kalt ist, aus.

Die Kanne ist leer.

Ich gehe schlafen.
Ich bin raus.


 

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Ein Kommentar zu “GuestSpot: Grüner Tee

  1. schade. (an den protagonisten: vorm raus-sein den film „a million ways to die in the west“ ansehen. dann fällt die entscheidung evtl noch anders aus.)
    ..
    handfeste, sachlich wirkende, dennoch an meinen saiten anschlagende schreibe. gefällt mir sehr.
    :-D

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