Puzzlement

Silbentrennung

Es war einer dieser Tage. Wenn ich ganz ehrlich bin, weiß ich es nicht ganz genau, vielleicht war es auch einer dieser Nächte. Doch es ist völlig gleich, welche Stunde geschlagen hatte, es war nicht meine. Irgendein Augenblick, in dem die Nerven mal wieder längst freigelegt waren und derart blank poliert, dass die ganze Welt sich darin hätte spiegeln können. Doch alles was ich darin sah, war dein Gesicht und meine Sehnsucht.

Gerade noch hielt ich ein Herz in meinen Händen, so dachte ich. Ich hielt es warm, ich hielt es hoch, für alle, die es sehen wollten. Doch keiner schaute hin. Nicht einmal du.

Ich dachte, ich hielte ein kräftig schlagendes Herz, stolz und frei von allen Konventionen, einst entstanden aus der Verschmelzung zweier. Doch eines entglitt und wir beide wissen, welches. Klirrend zerschellte es auf dem Boden der Tatsachen. Einfach so.


Ich suchte die Schuld und fand sie wie so oft in mir. Es war dieses eine Wort meines Lebens. Nur eine einzige Silbe…

Lust.

Verfluchte Lust auf Leben. Verdammte Lust zu lieben. Doch war und ist es nie mehr als das Lieben von Momenten. Zur Überbrückung leerer Lebenszeit. Mehr ist es nie gewesen, mehr wird es niemals sein. Nur hin und wieder… vielleicht ein wenig zuviel.


Es war einer dieser Tage. Wenn ich ganz ehrlich bin, weiß ich es nicht ganz genau, vielleicht war es auch einer dieser Nächte. Doch es ist völlig gleich, welche Stunde geschlagen hatte, es war meine. Der Augenblick, in dem ich diese eine Silbe anerkannte, für die ich mich stets taub und blind gestellt hatte. Lust, alleine geschaffen, um diese eine Angst zu überdecken. Nur eine einzige Silbe…

 

 

Ich verbinde und trenne die Silben wieder und wieder. Zusammen ergeben sie Wahrheit, getrennt sind sie mein Leben. Weiß der Teufel warum? Ich werde ihn fragen, wenn er mir das nächste Mal begegnet. Bis dahin recke ich meinen Hintern in die Höhe. Soll doch einfach irgendjemand zustoßen, ganz gleich wer er ist. Verfluchte Lust auf Lust. Irgendeiner fickt meine Illusion, hart und heftig, bis Taub- und Blindheit mich endlich wieder befreien und die Silben meines Lebens ihren Halt erneut verlieren. Ich schenke ihm, was dir gehört. Einfach so. Verdammte Angst vor Verlust.


 

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2 Kommentare zu “Silbentrennung

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