GuestSpot/SP

GuestSpot: Das Ende vom Anfang

WhoooWhooo!!! Willkommen im Gästehaus von Mrs.McH!

Mit dem folgenden Text fing mich diese wunderbare Schriftstellerin vor etwa zwei Jahren endgültig ein, obgleich er eher einer ihrer sanfteren ist. Ich freue mich sooo sehr ihn hier in meinem kleinen, bescheidenen HHH (Haus, Heimat, Hühnersuppe) veröffentlichen zu dürfen ♥ Neben inzwischen unzählig anderen Texten, von herzerschütternd bis herzzermalmend, ist dieser hier einer meiner Lieblingstexte von ihr. Die Texte, die ich ganz besonders liebe sind ebenso besonders herzergreifend! In dem Sinne, dass ich nach dem Lesen immer an mein Herz greifen und überprüfen muss, ob es noch vorhanden, oder nicht schon implodiert ist…

Name der Schriftstellerin & SPOT ON: „SuSa

>>> SPOT ON >>>


Das Ende vom Anfang

Er saß auf dem Sofa. Kerzengerade saß er dort und bewegte sich nicht. Sie lag neben ihm. Ihr Kopf bettete auf seinem Schoß, das Gesicht zu ihm gewandt. Er beobachtete ihre ruhende Haltung und lächelte zufrieden. Er bewegte seine Hand vorsichtig leise zu ihrem Kopf. Sanft strich er über ihr honigfarbenes Haar. Ihre Locken legten sich um seine Finger. Er genoss das Gefühl ihres weichen Schopfes. Sie war so anmutig in ihrer Stille. Ihre Lider waren geschlossen, kein Traum ließ ihre Pupillen in ihrer grasgrünen Iris zucken. Mit zarten Fingern fuhr er über ihre kühlen Lippen. Kaum hörbar atmend, genoss er die Vollkommenheit der Situation. Er konnte sein Glück kaum fassen, glitt in die Erinnerung des Kennenlernens ab.

Damals saß sie im Park und las ein Buch. Er beobachtete sie schon eine Weile, bevor er sich entschloss, zu ihr zu gehen. Als er vor ihr stand, hob sie ihren Blick und blinzelte etwas, da das Licht der Sonne noch halb über seine Schultern fiel. Sie hob die Hand vor die Augen, sodass sie sein Gesicht erkennen konnte. Er kniete sich vor sie, lächelte und fragte sie, ob es vermessen wäre, sie auf einen Kaffee einzuladen, sobald sie ihr Lesepensum für den Tag erreicht hätte. Sie lächelte und sagte ihm, dass er sich da noch etwas gedulden müsse. Er nickte und ging wieder zu dem Platz, an dem er vorher gesessen hatte. Verwirrt neigte sie den Blick, war aber nicht mehr ausreichend konzentriert, um sich weiterhin auf das Buch einzulassen. Sie klappte das Buch zu und schaute auf. Und als sie sah, dass er sich schon wieder aufrichtete, um zu ihr zu gehen, musste sie unwillkürlich lächeln.

Er lud sie ein, wie es sich für ihn gehörte. Sie war dankbar, dass er Distanz wahrte. Beide unterhielten sich, wie man sich unterhält, wenn man sich kennenlernt. Es vergingen tatsächlich einige Stunden, bevor sie sich verabschiedeten und ein neues Treffen vereinbarten. Sie war sehr angetan von seinem Charme, er bewunderte ihre grazile Art, Dinge zu beobachten. Sie lernten einander kennen, waren vorsichtig im Umgang miteinander; wollten diesen jungen Keim nicht ersticken, in den sie ihre Hoffnung für den anderen flüsterten. Kleine Geschenke wurden überreicht, um sich des anderen Erinnerung zu sichern.  Es wurden einander Orte gezeigt, die wichtig waren und von Bedeutung. Zusehends wurde Nähe geschaffen und Zweifel ausgeräumt.

Der eine erfuhr von des anderen Leben. Sie erzählte von ihren Erfahrungen mit Männern. Dass sie oft enttäuscht wurde. Dass sie Narben in sich trüge, die für sie noch gut erkennbar waren. Dass sie es langsam angehen wolle. Und er versprach ihr, nichts zu tun, was einer Schädigung gleich kam. Und so rückte die Zeit der Sehnsucht an. In dieser Zeit traute sich der eine dem anderen kaum zu sagen, wie viel Gefühl dem Herzen mittlerweile innewohnte. Fast scheu begegneten sie einander. Doch dann fand er endlich den Mut, sie zu fragen, ob sie mit zu ihm käme, um eins zu sein, abgeschottet von der Welt. Zu seiner Erleichterung war sie einverstanden, sagte ihm, dass sie auf seine Einladung gewartet hätte.

Er holte sie ab. Es war ein warmer Sommertag. Die Luft war erfüllt von Duft, süßer als blühender Flieder im Frühling. Bei ihm angekommen, zeigte er ihr die Einrichtung. Erinnerungen seiner Kindheit und Jugend, machte ihr Tee und setzte sich mit ihr auf den Balkon, um die Stimmung des Abends in sich aufzunehmen. Als der Himmel dunkelte, gingen sie hinein, um die Nacht ausklingen zu lassen. Sie saßen auf dem Sofa, bei einem letzten Gespräch. Er legte seinen Arm um ihre Schulter, zog sie an sich. Sie schmiegte ihren Kopf an seinen Hals. Sie fragte, ob er so etwas schon einmal erlebt hätte. So etwas Inniges. Und er antwortete ihr, dass er niemals für jemanden das empfunden hatte, was er für sie empfand. Dass es fast schmerzte, so sehr sehne er sich nach ihr. Und dass er sie beschützen wolle, sodass ihr nie wieder jemand etwas tun könne.

Sie stöhnte leicht, während er den Arm immer fester um ihren Hals presste. Er erzählte ihr, dass er nicht mehr schlafe, weil er sich um sie sorgte. Sagte ihr, dass er sie schon lange beobachtet habe und sein Herz fast zerplatzte, als er endlich den Mut fand, zu ihr zu gehen. Erzählte ihr, dass er so lang darauf gewartet habe, bis sie ihn endlich wahrnimmt. Als sie nach Luft rang, legte er seine Hand auf Mund und Nase. Er begann ein Schlaflied zu summen, um das wilde Umherschlagen ihrer Arme zu besänftigen. Er summte diese kleine Nachtmelodie, bis ihr Körper erschlaffte. Er tastete nach einem Puls, den es nicht mehr gab und legte ihren Körper dann neben sich. Ihren Kopf platzierte er auf seinen Schoß. So betrachte er ihre leblose Hülle und lächelte zufrieden. Sie würde nie wieder Schmerz erfahren. Er würde auf sie Acht geben. Seine starrleise Haltung löste sich zunehmend. Nie wieder könnte jemand sie verletzen. Nie wieder könnte jemand sie ihm wegnehmen. Nie wieder könnte sie von ihm fortgehen. Sie gehörte jetzt ihm. Auf ewig.

Und nun, als er sie in Sicherheit wusste, schloss er die Augen und schlief endlich ein. Das erste Mal seit drei Jahren.


Applaus & Feedback gerne hier oder bei SuSa direkt

>>> JIMIBOYBURTON <<<SuSa


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