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Als ich sah, wie dein Schwanz wuchs…

 Ich finde keine Worte dafür.


„Als ich sah, wie dein Schwanz wuchs, fehlten mir die Worte.“ Das war seltsam lustig. Du findest es so gar nicht zum Lachen, wenn ich das auf diese Weise sage. Die meisten Menschen, denen ich davon erzähle, auch nicht. Nur diese ganz Speziellen, lassen sich davon nicht abschrecken.

Der Satz löst zunächst bei allen die gleiche Reaktion aus. Ich weiß nicht, was ich mehr mag: Diese Reaktionen zu beobachten oder deinen verdammt geilen Schwanz. Dieses Zucken um ihre Mundwinkel, welches sich im gleichen Moment zeigt, wie ihre Augenbrauen nach oben schnellen. Ihr Körper spricht mit mir und sie können ihn nicht zum Schweigen bringen.

Ich unterscheide zwischen den Probanden. Da ist die Gruppe der wirklich Abgestoßenen, die sich sofort angewidert abwendet. Ich finde keine Worte dafür, wie zufrieden mich das macht. Dann gibt es diese Gruppe der aufrichtig Beschämten, die befürchten nun etwas erzählt zu bekommen, mit dem sie nicht klarkommen, etwas was sie vielleicht verfolgen wird. Mit diesen habe ich etwas Mitleid, aber ich mag sie ganz gerne. Nicht jedoch die dazugehörige Untergruppe, die tief in ihrem Inneren anfängt zu sabbern und zu hecheln, deren Drecksphantasien den Rest von ganz alleine besorgt. Die, die sich nur im Geheimen daran aufgeilen, sich von ihren versauten Gedanken an platschnasse Muschis und hammerharte, Löcher stopfende Prügel im stillen Kämmerlein in ungeahnte Höhen katapultieren. Ich finde keine Worte dafür, wie ekelhaft ich das finde. Die liebste Gruppe ist mir die, deren Zucken der Mundwinkel in ein herrlich eindeutiges Grinsen übergeht, etwas schmutzig, etwas diabolisch, so liebenswert, und in deren Augen sich dieser ganz spezielle Glanz widerzuspiegeln beginnt. Ich finde keine Worte dafür, um dieses Glitzern und Leuchten adäquat zu beschreiben. Es ist auch nicht nötig, man erkennt sich und das ist gut so. Die guten ins Töpfchen, die schlechten ins Kröpfchen.


Als ich sah, wie dir ein Schwanz wuchs.“ Das wäre der korrekte Satz gewesen. Doch deine Geschichte ist nicht für jedermanns Augen und Ohren gedacht und deshalb ist dieses Aussieben notwendig. Denn als ich sah, wie dir ein Schwanz wuchs, war das alles andere als lustig gewesen. Es war zu tiefst berührend und einzigartig in seiner Absurdität. Verstörend schön.

Du warst es. Und du hattest den schönsten Arsch der Welt. Ich finde keine Worte dafür, die ihn auch nur ansatzweise so beschreiben würden, wir er wirklich war. Ein 1A-Vorzeigehintern, weshalb ich dich bat, einen Spiegel über dem Bett anzubringen. Ich wollte ihn immer sehen können, ihn betrachten und… mich in ihm verlieren. Du lachtest laut, als ich dir sagte, dass ich in ihn hineinkriechen möchte. Seltsam ist, dass du dir der Wirkung deines Hinterns nie bewusst warst. Du trugst ihn völlig unbeeindruckt durch die Welt und die Geschichte und hast nicht bemerkt, wie viele Blicke daran kleben blieben. Ich sah es durchaus und ward mit Stolz erfüllt, denn schließlich warst du mein Arsch. Dann sah ich, wie dir ein Schwanz wuchs. An deinem Arsch. An meinem verdammten Arsch.


Heute, Jahre später, bittest du mich, deine Geschichte aufzuschreiben. Es soll eine Biographie werden, eine Chronik der Ereignisse, vielleicht auch eine Art Mahnung. Ein Mahnmal? Ich schüttele mit dem Kopf. Das wird es nicht. Es wird eine Manifestation deines Stigmas. Ich schreibe schon lange daran. Tag und Nacht. Ich finde so viele Worte darüber, dass ich sie auskotzen muss, um mich davon zu befreien. Würgend krieche ich hinein, erbrechend stolpere ich wieder hinaus. Fast zwanghaft. Immer wieder. Rotzend und kotzend, nach Luft ringend, schlage ich um mich. Ich lache dich aus und du empörst dich. Denn du hast nichts davon bemerkt. Ich finde keine Worte dafür, wie sehr mir das am Arsch vorbeigeht.


 

 

 

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6 Kommentare zu “Als ich sah, wie dein Schwanz wuchs…

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