Paraphernalia

Manipulationskontrollmechanismus[s]

Das Meerschweinchen wacht in seinem eigenen Erbrochenen auf. Fast jeden Morgen ist das so. Es stirbt dabei nicht, weil es im Sitzen schläft. Sein rosa Näschen ist dann immer etwas verkrustet und kleine Kotzbrocken kleben in seinem eigentlich sonst puscheligen Fell. Es ziept fies, wenn es sich selbst davon befreien möchte. Also wartet es ab, bis sein zuständiger Mensch sich darum kümmert. Es genießt diese Aufmerksamkeit und ist verdammt stolz, dass es einen persönlichen Waschlappen sein Eigen nennen darf. Es ist ihm sehr angenehm, wenn der Mensch sanft mit warmem Wasser die Folgen seiner nächtlichen Kotzorgie entfernt. Es tut allerdings immer so, als wäre es äußerst unangenehm und quiekt dabei ganz kläglich. Dann sind ihm weitere anschließende Streicheleinheiten sicher. Weil das Meerschweinchen ein Singleleben führt, ist es sehr angewiesen auf die Zuneigung seines Menschen. Als es herausfand, dass es mehr davon bekommt, wenn es ihm nachweislich nicht gut geht, begann es mit den Manipulationen. Leider führte das anfängliche Wundkratzen zunächst jedoch nur dazu, dass das Meerschweinchen auf einen Ausflug mitgenommen wurde, der ihm gar nicht gefiel. Es wurde von riesigen, schwieligen, fremden Händen von innen nach außen gedreht und es endete mit einem unerhört gemeinen Stich zwischen die Rippen. Da stieg das Meerschweinchen auf Kotzen um. Die ersten paar Nächte waren sehr schlimm, denn es ist nicht sehr gelenkig. Es fiel ihm unglaublich schwer, sich sein kleines Vorderfüßchen in den Hals zu stecken. Aber es gelang ihm und nach nur wenigen weiteren Nächten war es bereits Routine geworden. Inzwischen hat sich der Mensch damit abgefunden, dass das Meerschweinchen einen nervösen Magen hat. Um sicher zu gehen, dass es nicht mehr als das ist, untersucht der Mensch jeden Morgen den Kot des Meerschweinchens. Solange dieser schön braun bis schwarz und glänzend ist, die Konsistenz fest und oval geformt, ist alles gut.

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Ein Kommentar zu “Manipulationskontrollmechanismus[s]

  1. Ärger mit dem Haustier?

    Selbige habe ich aus meinem Leben komplett verbannt. Die Zuneigung die sie hegen konnte den Schmerz im Krankheits- wie im Todesfall nicht annähernd aufwiegen.

    Ohne geht es besser.

    Gefällt mir

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