Inside-Out

Glitschige Fische

Wie mache ich das jetzt genau? Mehr Lesen, mehr Schreiben, mehr Denken, mehr Fühlen, mehr Sein? Mehr Schein. Mehr Lassen? Mehr seinlassen? Loslassen? Losgehen? Gehenlassen? Auslassen? Einlassen? Lassen lassen.

Wenn ich ohnehin ertrinke, sollte ich im Meer sein!
Mehr im Meer sein?
Immer sein, immer so viel mehr sein.
Ich forsche nach der Losung in meinem Meer, reiße mich los und tauche ab. Augen auf und durch.

Alles voller ausrangierter Schubladen, in die mein Ego nicht passen wollte. Unzählige Stäbe, an denen ich mich nicht messen wollte und einige gebrochene sind auch dabei. Hier und da stecken sie noch fest im Schädel meiner Avatare, deren finale Anzahl noch immer im Dunkeln liegt.

Würfelbecher, Kartenspiele, Spielfiguren. Wohin ich schaue Spielerglück. Ich spiele Ablasshandel mit mir selbst. Da gewinne ich in jedem Fall. Dass ich dabei auch verliere, ziehe ich später in Betracht. Später. Immer später wird es. Es wird Herbst. Und ich verliere mich in seiner Farbenpracht. Es sind viele, viel zu viele. Es ist kein Wunder, das ich rausche.

Es wird Zeit für Reduktion. Konzentration. Auf das Wesentliche. Mein Wesen lichtet sich. So langsam, viel zu langsam. Im Zwielicht ist es mollig warm, doch oft vermisse ich das Licht. Und Kälte. So sehr wünsche ich mir etwas Kälte. Klirrend soll sie sein. Und einschneidend. Eine scharfe Klinge muss es sein, die klare Grenzen zieht. Ich ziehe mich nur unablässig hin und her. Es zieht in meinem Bauch, wenn Rebellion im Anmarsch ist. Im Stolperschritt marschieren ist so anstrengend. Die Strenge ist ein ungelöstes Rätsel in mir. Sie findet kein Maß und tut es mir gleich. Hemmungslos versucht sie mich. Entzündet mich. Heilt mich wieder. Und ich lasse all das zu.

Ich schlage zu und auf mich ein, allein für die Berechtigung danach wieder zärtlich zu sein. Zu mir und der restlichen Welt. Die Gewährung das Herz zu öffnen erteile ich mir selbst. Selbst öffne ich auch die Hintertür und schleiche mich davon. Ich laufe im Kreis und finde wieder nur mein Meer. Abermals tauche ich ab. Augen zu und durch. Ich will das alles nicht noch einmal sehen. Und finde den Ausschaltkopf so niemals mehr. Ich will ihn nicht unbedingt drücken. Aber zu wissen, wo er wäre, das fände ich schön. Wenn ich glaube ihn gefunden zu haben, entgleitet er mir wie ein glitschiger Fisch. Und das in meinem eigenen Meer. Er zwingt mich, zur Tiefseetaucherin zu werden. Blindlings folge ich ihm in die Tiefe. Und sehe.

Bizarre Kreaturen, für die selbst meine Phantasie keine Bilder hätte malen können. Ich starre die fremden Wesen an und sie starren zurück. Sie sehen ebenfalls glitschig aus und wären wir nicht in meinem Meer, ich bin mir sicher, dass sie sabbern würden. Eines der Geschöpfe sucht meine Nähe und ich gestatte es ihm. Ganz sanft streichelt es über meine Wange und begrüßt mich freundlich… in meiner Welt? Es flüstert mir etwas zu und bringt mich zum Lachen, weil ich in meinem Meer nicht weinen kann. Welch wundervolle Welt. Das Wesen sagte mir, ich sei schon häufig dort gewesen, doch immer mit geschlossenen Augen. Und dass ich ganz schön glitschig sei.



 

 

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