Puzzlement

Lichtscheu

Wir sind im Dunklen. Seit vielen Stunden. Vielleicht auch schon seit Jahren, wer weiß das schon? Wir schleichen umeinander herum wie wilde Tiere und domestizieren uns. Keiner weiß, warum wir das tun. Wir wissen nicht, ob unsere Augen geschlossen sind, ob sie uns entfernt wurden oder ob wir sie uns selbst herausgerissen haben. Vielleicht tragen wir Masken, aber spüren sie nicht.

Das Licht ist verschwunden, untergegangen wie die Sonne oder niemals da gewesen, wie der Mond, der noch nicht aufgegangen ist. Doch es ist völlig gleich. Vielleicht fühlen wir mehr, wenn wir nichts sehen. Wir streicheln uns an Stellen, die selten von fremder Hand berührt wurden und küssen uns länger an jenen, die andere für bedeutungslos hielten.

„Jetzt fürchte ich die Dunkelheit nicht mehr, denn …“,
höre ich dich in meine Seele flüstern,
„… denn ich habe nie klarer gesehen, wenn ich durch sie wandelte“,
beende ich den Satz in deinem Geist.

Wie Leuchttürme strahlen wir uns an und werden unser eigenes Licht im Dunklen. Seit vielen Stunden. Vielleicht auch schon seit Jahren, wer weiß das schon? Heute haben wir uns vom Himmel erzählt und werden gemeinsam fliegen.

Später wirst du fragen:
„Weißt du noch, wo und wie wir uns kennenlernten?“
„Ich kann mich nicht erinnern“,
werde ich antworten und du wirst flüstern:
„Ich weiß es auch nicht.“

Denn es ist völlig gleich. Vielleicht lebten wir das gleiche Leben

aus
und
kaputt

und vielleicht erlitten wir sogar dieselben Höllenqualen, wer weiß das schon? Nun fliegen wir in den Himmel und knipsen den Engeln das Licht aus. Im Dunklen können sie keine Schatten auf uns werfen.


 

Advertisements

2 Kommentare zu “Lichtscheu

  1. Nachtfalter
    Wer kennt sich aus in dieser Nacht, die den Tag so dunkel macht.
    Das Licht in Dunkelheit gefangen, ist schon längst zu Bett gegangen.
    Und jetzt, wo alles schläft und ruht, erwacht in uns die Lebensglut.
    Wir strecken aus die müden Glieder und putzen unser Flügelgefieder.
    Auf, auf zur nächsten Runde, auch noch zu später Lebensstunde.
    Die Nacht ist kurz und der Tanz muss beginnen, es gilt ein Rennen zu gewinnen.
    Eins das wir schon verloren glaubten, weil uns andere die Sicht aufeinander raubten.
    Nun lass uns schwärmen um uns am Leben zu erwärmen.
    Nach der Richtung brauchen wir niemanden fragen, die gibt uns das Licht das wir in uns tragen.
    Wir kommen uns näher, bis wir uns berühren um am Ende in der eigenen Hitze zu verglühen.

    Gefällt 1 Person

°Kommentar °Kritik °Anregung... Very Welcome ♥

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s