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DEVIL IN DISGUISE? Mein erster und letzter Blogeintrag

Blogger sind ein hochinteressantes Völkchen. Ich folge einigen und beobachte mit gemischten Gefühlen, wie sie ihre Hosen runterlassen, ihre Röckchen lüpfen,

blank ziehen.

Viele haben sich deshalb entschlossen, ihren Blog anonym zu führen. Visier hoch. Visier runter. Das empfinde ich hin und wieder als (ver-) störend. Teilweise werden Dinge präsentiert, die Herr und Frau Schmidt von nebenan vielleicht als Abgründe bezeichnen würden. Tun sie das wirklich? Dies ist eine absichtlich offen gelassene, jedoch mehr rhetorische, Frage.

Am 04.11.2014 erreichten mich über Lila folgende Fragen:

Was ist der Schlüssel in deinem Leben?

Welche Bedeutung hat die Liebe?

Für was würdest vom Sofa aufstehen?

Beschreibe Orgasmus?

Nenne drei Gegenstände die dir wichtig sind!

Warum macht es für dich Sinn zu bloggen?

Ergänze den Satz: Literatur ist…

Ist Schreiben für dich eine Notwendigkeit?

Beschreibe dich.

Was begeistert dich?

Was empfiehlst du?

Man nennt das in Bloggerkreisen Stöckchenrunde, Stöckchen werfen, whatever, mir flog es wie ein morscher Holzpflock direkt an und in den Schädel. Am 13.11.2014 wurde der Druck erhöht und mir weitere Fragen von Manuel untergejubelt:

Wie wichtig ist Dir, dass gelesen wird, was Du schreibst?

Spielst du gerne? Wenn ja, was? Wenn nein, warum nicht?

Welche Kunst berührt dich und warum?

Wohin reist Du am liebsten und warum?

Welcher Superheld wärst Du? Und warum?

Wie feierst Du Deinen Geburtstag?

Was wolltest Du immer mal lernen und hast es noch nicht getan? Und warum nicht?

Wie wurde Dein bester Freund / Deine beste Freundin eben dies? Und warum ist er / sie es immer noch?

Wenn du ein Ereignis ungeschehen machen könntest – welches wäre das und warum?

Was ist der Schlüssel in deinem Leben?

Welche Bedeutung hat die Liebe?

Für was würdest du vom Sofa aufstehen?

Beschreibe ‘Orgasmus’?

Nenne drei Gegenstände, die dir wichtig sind!

Warum macht es für dich Sinn zu bloggen?

Ergänze den Satz: Literatur ist …

Ist schreiben für dich eine Notwendigkeit? Wenn ja warum?

Beschreibe dich in 5 Worten

Was begeistert dich?

Was empfiehlst du?

Wobei er am 03.12.2014 dazu noch Steine warf, vielleicht ohne zu bedenken, dass Steinwürfe an Köpfe üble Platzwunden verursachen, oder gefangen von den richtigen/falschen Händen zum Bumerang werden können. Man weiß nicht, welche

unabsichtliche Absichtlichkeit

absichtlich dahinter stecken könnte, man munkelt es nur:

Was ist schlimmer, etwas nicht zu schaffen, oder es nie zu probieren?

Nur durch Fehler lernt man. Wieso haben wir dann so viel Angst davor welche zu machen?

Würdest du dein eigenes Leben um ein Jahr verlängern, wenn dieses Jahr einer anderen Person, die du niemals treffen wirst, abgezogen wird? Wie würdest du dich entscheiden, wenn du wüsstest, wem das Jahr abgezogen wird?

Wie oft schaust du dich am Tag im Spiegel an?

Was ist dir wichtiger als Liebe?

Hat dein Leben einen Sinn?

Wenn du ein Ereignis (irgendeines) ungeschehen machen könntest, welches wäre das? Und warum genau dieses?

Woran glaubst du?

Welcher ist dein größter Makel?

Dir wird ein Tag absoluter strafrechtlicher Immunität gewährt, den du selbst bestimmst – du kannst 24 Stunden lang tun und lassen, was du willst. Welchen Tag wählst du? Wie verlebst du diesen Tag?

Schreiben bedeutet für dich …?

Welcher war der bislang glücklichste Moment deines Lebens und warum?

Welcher war der bislang traurigste Moment deines Lebens und warum?

Welches Handeln birgt größere Verantwortung und warum: Leben zu geben – oder zu nehmen?

Wo ich gerade davon rede … Wenn du wählen müsstest, entweder die gesamte Menschheit auszulöschen oder 50% davon, zufällig bestimmt (es kann dich treffen) – wie würdest du entscheiden?

Oft frage ich mich, warum ich meine Lebenszeit mit dem Lesen von Blogeinträgen mir völlig fremder Menschen verbringe, die mich am Ende des Tages in Verlegenheiten dieser Art bringen und Mordgelüste in mir wecken. Die Antwort ist natürlich: Inspiration und das Entdecken von Perspektiven, die mir bislang verwehrt blieben, weil ich zu blind geworden bin, um sie selbst zu

finden.

Das Lesen von persönlichen Blogs fördert meine innere Toleranz gegenüber Lebensentwürfen, die nicht meine sind, es lässt mich

verstehen.

Des Weiteren ist es durchaus möglich, dass sich tiefere Sympathien oder gar Freundschaften entwickeln können, soweit die betreffende Person dazu aufgeschlossen und bereit ist, ihre Anonymität aufzugeben. Ich beobachte, dass sich viele Blogger eine virtuelle Persönlichkeit aufgebaut haben, die, und anmaßender könnte ich es nicht formulieren, vermutlich viel weiter von ihrem Selbst weg ist, als sie es sich vorstellen können. Ich habe die Weisheit nicht mit Löffeln gefressen, aber

ich lese und fühle.

Oft kann ich gar nicht in Worte fassen, was ich da zu sehen und zu spüren bekomme. Jedoch werfe ich die Behauptung in den Raum, dass es ganz oft das Gegenteil von dem ist, wie der Schreibende gesehen werden möchte. Authentisch, mich wirklich überzeugend, empfinde ich die wenigsten Blogs. Aus welchem Grund werden all diese Fragen in den virtuellen Raum gestreut und mit Hingabe beantwortet, sobald sie den Blogger erreichen?

Welch‘ phantastische Möglichkeit, am Selbstbild herumzufuhrwerken.

Ein Freund von mir stellt niemals Fragen. Fragen geben Antworten vor. Das, was sie von sich aus preisgeben und vor allem, was sie nicht preisgeben, das sind die eigentlichen

Antworten.

Ich habe keine der Antworten, die befreundete Blogger auf obige Fragen gaben, wirklich gelesen. Sie interessieren mich nicht, sie überzeugen mich selten. Viel interessanter fand ich die Wahl der Fragen, die sie stellten und welche sie entschieden zu beantworten. Ich möchte, dass die Menschen selbst erzählen, schreiben.

Bloggen.

Ich werde niemals bloggen und dennoch tue ich auf meine Weise natürlich nichts anderes: Ich präsentiere mich. Ich präsentiere mich nicht. Ich präsentiere mich doch. Ich achte auf den Style meiner WordPressseite, ich gestalte sie, soweit möglich, absichtlich in dieser Form und Farbe.

Schwarz.

Weiß.

Weil ich genau das nicht bin. Die Kategorien und Tags sind hinweisgebend, aber niemals deutlich. Ich verschleiere, verschlüssele, verstecke mich. Ich will dort gefunden werden, wo ich wirklich bin und nicht dort, wo ich vorgebe zu sein, weil es ein so schöner Platz ist, an dem ich mich von meiner besten Seite zeigen kann. Bilder, die von mir zu finden sind, sind Bilder, die ich selbst von mir mag, aber was sagen sie dem Betrachter? Was sagt der Klick einer Bruchteilsekunde über mich und

mein Wesen

aus? Ich überlasse meinen Lesern den Raum für Spekulationen, Interpretationen. Das Bezaubernde daran ist, dass ich sie niemals bestätigen brauche. Ich kann zustimmen und widersprechen, wie es mir beliebt. Das Bild ist in den Köpfen anderer, ich kann mit Gewalt daran rütteln, ändern können werde ich es jedoch nicht, denn es ist, wie es ist und es wird sein, wie es sein wird.

Ich achte auf die Wahl meiner Worte, die meisten sind viel gezielter gesetzt, als manch einer sich vorstellen mag, und ich wünschte mir, dass das viel mehr Menschen tun würden. Achtsamkeit. Der Mensch sollte mehr

Zuhören.

Stöcke und Steine landen schnell einmal im Auge, werden schmerzhafte Balken. Oder Früchte, die vielleicht erst köstlich süß, am Ende jedoch bitter schmecken, weil man ihnen nicht ansah, wie verfault sie eigentlich waren.

Heute am 07.12.2014 erfolgte die Krönung durch den Lovely Blog Award:

lovely-blog

Mit der ‚Verleihung‘ soll eine weitere Offenbarung verbunden sein: Sieben Fakten über mich. Ich bin da ganz schnell bei den sieben Todsünden, die ich alle auf meiner Done-Liste stehen habe, was

die einzige und ehrlichste Antwort

ist, die ich geben kann. Ich weiß um Vergangenes und um das Jetzt, das in diesem Augenblick bereits vergangen ist.

Momente

Darüber schreibe ich. Momentaufnahmen. In Worten, Texten, Geschichten, Bildern. Ich kann kein Zukunftsbildchen malen, ich kann keine Fakten schaffen. Stöckchen, Steine. So absurd, wie ein Herrenloser Damenschlüpfer. Wie ein Erdmännchenweibchen. Wie Palpitationen in Worte gefasst. Fluch und Segen zugleich. Gekreuzte Knochen, bad to the bone? Ich BIN der Fakt.

1. I

2. Write

3. To

4. Discover

5. What

6. I

7. Know

WeltenWanderung

Ich reiche diesen ‚Award‘ nicht weiter, schenke das

mein Herz

aber ganz gezielt der Kopfgrippe, weil wir ein ähnliches Schicksal ertragen. Nichts ist, wie es scheint.

Am Ende geht es immer um Wahrnehmung, um Existenz, um ein allumfassendes Winken in die Welt. Seht her: hier bin ich und das ist, was ich denke, was ich fühle, was und wer ich glaube zu sein. Fühlt ihr mit? Seht ihr mich? Ich bin doch, oder? Bin ich das? Bin ich?

Ich?

Wen interessiert meine Beantwortung der oben zitierten Fragen wirklich? Sie sind hier zu finden.


 Bei der Gelegenheit: Danke ALLEN, die mir zuhören


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26 Kommentare zu “DEVIL IN DISGUISE? Mein erster und letzter Blogeintrag

  1. sehr offen hast du deine gedanken niedergeschrieben. respekt.
    abgesehen davon, dass ich seit dem ersten schriftlichen austausch mit dir deiner authenzität verfallen bin- in deinen texten steckt soviel von dir, das braucht 0,0-fragenbeantwortung, muschelbacke. 💋

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          • Welcher war der bislang glücklichste Moment in deinem Leben und warum?

            Unter Nasenwurm steht im Brockhaus übrigens ‚Mrs.McH‘.

            Und wo wir gerade dabei sind, ein klitzekleiner Hinweis: ‚Meine‘ ersten 5 Fragen … sind die deinigen.

            Gefällt mir

            • Ich könnte dir jetzt antworten, dass das größte Glück ist, zu atmen. Oder dass allein das Streben nach Glück mich glücklich macht. Ich schrieb da oben über Momente und wie ich sie sehe, deshalb finde ich, dass du die Frage quasi verschenkt hast. Der eine große Glücksmoment ist ein Mythos. Er kann vielleicht empfunden werden, aber nicht rückwirkend als solcher benannt werden. Und wie fatal wäre es, den Moment bereits hinter sich gehabt zu haben? Jaja, du schriebst „bislang“, doch jeder in Frage kommende Moment ist vorbei… Das Wort Glück wird viel zu inflationär gebraucht. Keiner hat eine Defintion, die für einen anderen die gleiche Gültigkeit hat. Warum DIESE Frage??

              BTW: Deine/Meine ersten fünf Fragen, waren meine fünf Beispielfragen, die du anfordertest, um zu demonstrieren, was ich gewillt wäre zu beantworten.

              Gefällt 1 Person

                • „Ich würde gerne wissen, was dich glücklich macht‘, hört sich anders an und kann ich leicht beantworten: gesund zu sein, ein Dach über dem Kopf zu haben, Texte schreiben, mit denen Menschen nachhaltig etwas anfangen können, meine Tiere und was mich wirklich immer, immer glücklich macht, ist ein Orgasmus, der mein Hirn zertrümmert.

                  Gefällt 1 Person

                    • Ich verweigere mich dieser Einordnung. „Glücklich, glücklicher, am glücklichsten“? Das ist absurd. Du bist glücklich, du bist schwanger, du bist tot. Da gibt’s nicht abzuziehen und nichts hinzuzufügen. Wieso braucht der Mensch immer eine Steigerung? Glücklich darf sich vielleicht schätzen, wer das erkennt, anerkennt und es akzeptiert.

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  2. Ich bin etwas irritiert. Du schenkst so viel mit deinen Texten. Habe ich als Leser ein Recht auf Fragen zu deiner Person? Darf ich so weit gehen und Antworten erwarten?
    Ich würde es nicht wagen.

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  3. Normal ist Durchschnitt, jene 100%, an denen gemessen und gewogen wird. So auch eine Frage und dessen Antwort. Die oben gestellten Fragen sind Phrasen – beliebige Momentaufnahmen ohne nachhaltigen Wert. Gehaltvoller und Wertschöpfend ist die Kommunikation.

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  4. bloggen ist persönlich, bloggen hat einen zweck. und den definiert jeder für sich. ein bisschen versteck spielen ist nicht schlimm. die unwahrheit zu präsentieren nur theoretisch schlimm, denn der/die unwahresschreibende wird in der regel erkannt und liegengelassen. und im bodensatz gibt es interessante menschen, die genau das teilen, was sie mitteilen wollen. und ich finde das gut so.

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