Bloody

Bunte Regentage

An manchen Tagen wache ich auf und begehre nichts mehr als einen Schwanz in meinem Mund. Völlig gleich zu wem er gehört, ich möchte ihn auf der Stelle verschlingen und mich in meinen Phantasien verlieren. Ich will ihn mit meiner Zunge in den Wahnsinn und tief in meine Kehle treiben, ihn mir einverleiben, ihn besitzen. Ich mag es, wenn mein Mund randvoll gestopft ist mit pochendem Fleisch. Ich will seine Härte spüren, seine Adern, sein Pulsieren. Dann fordere ich ihn heraus, verlange ihm alles ab, lasse ihn gewahr werden, dass es kein Entrinnen gibt. Eine Götterbeschwörung, ein Regentanz der anderen Art. Wenn ich spüre, dass er beginnt zu pumpen, wenn der point-of-no-return erreicht ist, schenke ich seiner Lust die Freiheit und lasse ihn genüsslich aus meinem Mund hinausgleiten. Ich lehne mich zurück und warte auf den heißen, cremeweißen Regen.

Heute war ein solcher Morgen. Hingebungsvoll saugte und lutschte ich diesen verflucht harten Schwanz und es war mir völlig gleich, zu wem er gehörte. Ich ignorierte die Berührungen, die sich erst zärtlich über meinen Rücken schlängelten, bald aber brutal kratzend ihr Ziel in meinem Nacken fanden. Ich ließ mich nicht aus meinem gierigen Takt bringen, als sie sich dort festbissen und begannen, sich wie frisch geschlüpfte Maden in mich hineinzufressen. Als sie mein Hirn erreichten war es längst zu spät. Sie vergewaltigten es, übernahmen die Macht, konstruierten es um. Mein außer Kontrolle geratener Kiefer wurde ihr verlängerter Arm. Unnachgiebig drehten sie die Kurbel weiter und weiter. Sie waren kleine Wichser und die, die nicht kurbelten, hielten ihre noch kleineren Penisse in der Hand, geilten sich auf, rieben wie verrückt, spritzten lauthals johlend ab. Das alles in meinen Kopf. Eine Götterbeschwörung, ein Regentanz der anderen Art. Auf dem Höhepunkt ihrer ganz speziellen Orgie lösten sie das Fallbeil aus. Ich lehnte mich zurück, mein Mund randvoll gestopft mit zuckendem Fleisch und wartete auf den heißen, blutroten Regen.

Nachdem ich zu Bewusstsein gekommen bin, taste ich schlaftrunken nach dem Körper neben mir. Er ist mir fremd, aber noch warm. Alles ist gut. Ich lasse mich zurück in die Kissen sinken und lausche den Geräuschen der Nacht. Durch das geöffnete Fenster höre ich das beruhigende Rauschen und Prasseln. Es regnet seit sieben Tagen und Nächten. Beglückt erwarte ich den neuen Morgen und verliere mich erneut in der Farbenpracht meiner Phantasien, die wie abertausende, zartbuntschimmernde Regentropfen meine Sinne vernebeln.


 

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Ein Kommentar zu “Bunte Regentage

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