GuestSpot/Lauschen!

PUNCHDRUNK

HörBuch. LauschPerle. OhrenGlück.

PUNCHDRUNK von Sven Heuchert

››Eine Geschichte über Loyalität und Schicksal über, das Weggehen und das Wiederkommen.‹‹ Gelesen von Helmut Krauss.


Eine persönliche Rezension und HörEmpfehlung.

PUNCHDRUNK. Atmosphärisch. Einnehmend. Für mich: Kapitel aus WortPerlen, Wort um Wort, Perle um Perle zu einer Kette aufgefädelt, hat Sven Heuchert mich tiefer und tiefer in PUNCHDRUNK hineingezogen, eine Geschichte, die so fiktiv gar nicht sein kann. Dafür ist sie zu sehr auf den Punkt gebracht, obwohl ich sie zunächst eher selbst zusammensetzten musste. Doch Sven Heuchert machte es mir sehr leicht: in nur wenigen Sätzen mit meines Erachtens sehr gezielt gesetzten Formulierungen, malte er mir exakt die Bilder vor mein inneres Auge, die ich brauchte, um das Kopfkino zu starten. Bestechend, eindringlich. Authentische Dialoge machten die Figuren für mich ausgesprochen lebendig und brachten sie mir teilweise näher, als mir recht war.

Der Protagonist und namenlose Erzähler ist der Sohn eines Totschlägers und einer Mutter, die sich von ihm und ihrer gemeinsamen Familienvergangenheit abgewendet hat. Warum das so ist und was es aus diesem Sohn machte, warum er selbst fortging und wiederkam, geht Sven Heuchert stilistisch souverän, angenehm unaufgeregt und einer perfekten Prise ’sanfter Härte‘ in PUNCHDRUNK auf den Grund. Satz um Satz. Schlag um Schlag. Denn es geht natürlich auch um das Boxen. Ob man das mag oder nicht ist jedoch nicht relevant, wenn man es zugleich sinnbildlich versteht, als das, was es ist: ein Kampf. Gegen wen oder was auch immer. Vielleicht gegen (oder insgeheim doch für?) das Leben, das einem passiert.

Der rote Faden, der sich durch die Kapitel zieht und sie für mich zu dieser besonderen Perlenkette zusammenfügte, entpuppte sich für mich als das Thema Flucht. Fragwürdige Eskapaden, Flucht in Gewalt, Drogen, Sex, und Alkohol. Flucht in den Rausch. Flucht vor dem Schmerz in den Schmerz, der alles ausschaltet? Flucht vor der Wahrheit über sich selbst, die man doch eigentlich finden möchte. Oder nicht?

Ich bin der Meinung, letztendlich geht es in PUNCHDRUNK um Liebe. Das Lieben und das Nichtlieben. Die Liebe und ihre absurden bis abartigen Formen, die sie annimmt, wenn sie sich nicht zeigen kann oder will. Um das, was sie aus einem Menschen macht, wenn sie da ist oder eben nicht, warum sie einen hier anspült oder von dort wegtreibt. Die Art sie zu leben ist unter Umständen generationsübergreifend. Sie wird bisweilen zu einem perversen Trampelpfad, dem zu folgen nicht immer die eigene Entscheidung ist.

PUNCHDRUNK ist für mich eine tragisch traurige Anklage, die dennoch ohne Klage auskommt, sie stellt einfach nur fest. PUNCHDRUNK ist ein Statement und vor allem: PUNCHDRUNK ist ein Gefühl. 

Gelesen wird PUNCHDRUNK von Helmut Krauss, dessen Stimme vor allem Cineasten als deutsche Synchronstimme von John Goodman und Samuel L. Jackson kennen dürften. Eine gute Entscheidung von Sven Heuchert. Die beste jedoch, die er jemals traf: zu schreiben. Sven Heuchert erzählt Geschichten, die jeder begreifen kann, aber wahrscheinlich nicht jeder begreifen will. Sich darauf einzulassen, kann sein, wie in einen Abgrund zu schauen. Man sollte aufpassen und sich nicht von den ein oder anderen vermeintlich harmlos daherkommenden Passagen zu sehr einlullen zu lassen. Denn wenn man den Schatten bemerkt hat, ist es schon zu spät. Dann haben sich seine Worte längst wie eine kalte Hand um das Herz gekrallt. Für mich: LeseGlück! Und mit PUNCHDRUNK OhrenGlück: eine beeindruckende LauschPerlenkette, die sich sanft, aber sehr bestimmt um meinen Hals gelegt hat und bisweilen zuschnürte. Wer Herzblut einmal fließen hören möchte, sollte PUNCHDRUNK hören. Von Sven Heuchert.

„Punchdrunk. Ich kann es nicht besser beschreiben.“PD


 

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2 Kommentare zu “PUNCHDRUNK

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