Outside-In

Rotten

Nichts Neues Nirgendwo. Ein Blickwinkel.

Das Versumpfen im Müßiggang

Es ist ruhig. Auf eine Weise friedlich. Jeder Mensch ruht in sich, geht seinen Dingen nach. Vieles ist ausgeblendet. Nur hier und da huschen gebrauchte Gedanken durch Köpfe, doch keiner manifestiert sich erneut. Die Zeit ist noch nicht reif. Sie wird später kommen. Eine Abrufbereitschaft halten alle vor, wenn auch jeder aus anderen Gründen. Die Stille wird nur hin und wieder von gedämpften Alltags- oder Nachtgeräuschen durchbrochen. Nichts Neues Nirgendwo. Die Menschen entspannen sich, ziehen sich zurück, horchen in sich hinein, orten und richten sich aus, schöpfen Kraft. Nur wenigen gelingt es nicht, weil ihre Wunden tiefer sind als die der anderen. Die Dauer dieser Ruhephase ist flexibel. Es wird enden und anfangen. Wie üblich. Die meisten geben sich mit diesem Wissen zufrieden, haben sich mit der Tatsache arrangiert, dass es schon immer so gewesen ist. Und so wird es immer sein.

Die Aufbruchsstimmung

Früher oder später macht sich Unruhe breit. Sie ist spürbar und vermischt sich mit anderen Gefühlen. Vorfreude. Diesen Gemütszustand genießen die meisten sehr. Es ist dieser spezielle Moment davor. Kein Mensch weiß so recht, wann es losgeht. Also warten sie ab und gehen in gefällige  Beobachtungspositionen. Sie fragen sich, wer wohl diesmal das Signal geben wird. Lähmung. Die wenigen Menschen, welche dieses Gefühl empfinden, sorgen sich nicht darüber, wer den Anfang machen wird. Sie stellen sich nur eine Frage. Warum? Die Stille wird Vergangenheit. Alle haben zu tun, jeder folgt seinen Pflichten oder Wünschen. Doch noch sind sie gewissermaßen geordnet und harmonisch. Es klingt nach Normalität und Gewohnheit. Für eine Weile. Manche Einsiedler igeln sich aus, kleine überschaubare Clans finden sich, Menschen rücken zusammen. Die Stimmung ist ausgelassen und fröhlich. Lachen. Schulterklopfen. Handschläge. Liebkosungen und Freundlichkeiten. Augen werden gezwinkert, Eier geschaukelt. Spielverderber werden nicht akzeptiert und, mal mehr mal weniger höflich, ins Aus gestellt. Später wird oft niemand mehr wissen, was den Umschwung bewirkte.

 Der Ausbruch

Irgendein Mensch imitiert den Startschuss. Fast alle reißen sich ihre Menschenmasken hinunter und folgen ihm. Nur wenige sind unschlüssig, zweifeln noch. Sie hadern mit sich, denn sie wissen, dass sie beim nächsten Mal im Aus stehen könnten, wenn sie jetzt nicht mitlaufen. Sie suchen in sich nach Stärke und Mut. Das ist meistens der Grund für ihr Zurückbleiben. Oder Angst. Was auch immer das Motiv für sie ist, sie flüchten in ihre unheile, aber harmlose Welt und schauen den inzwischen Davonstürmenden hinterher. Ihnen ist noch nicht bewusst, dass auch sie sich einer Gruppe anschließen werden. Sie kehren zurück zu denjenigen, die schon immer die Augen verschlossen hielten und noch niemals ihre Position verlassen haben. Wer wider besseres Wissen dem Gleichschritt des Schwarms gefolgt ist, kehrt selten zurück. Die Masse nimmt kaum Rücksicht auf Einzelschicksale. Die Marschrichtung ist dem Großteil der Truppe unbekannt. Doch es wird schon richtig sein, irgendein Teil dieser Schar wird sicher wissen, wo es lang geht. So funktioniert es immer, wenn sie sich zusammenrotten.


 

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