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ASCHE

Ich stehe neben mir und beobachte, wie ich Knicke in ein Buch mache. Eselsohren. Ein Buch, das mir eigentlich zu wertvoll erscheint, es derart zu malträtieren, doch ich kann nicht anders. Es lebt so sehr, wie manch andere tot sind. Es darf Knicke haben, denn sie sind viel mehr als das. Brandmarken.

Asche. Stories. Von Sven Heuchert.

Asche

Eine persönliche Rezension und LeseEmpfehlung. Gerede.


Ich hatte Glück und bin in Besitz einer limitierten, handnummerierten Erstauflage gekommen. Asche. 14 Stories. Von Sven Heuchert. Aber „Glück haben is‘ nich‘ das Gleiche wie Glücklichsein!“ Nach 158 Seiten LeseGlück ist es für mich das Selbe.


Man könnte glauben, man liest nur Geschichten, eine nach der anderen. Doch man merkt währenddessen bald: man liest Tausende, auch wenn sie dort nicht geschrieben stehen. Sven Heuchert packt und zerrt einen mittenrein, eher sanft als brutal, was das perfide daran ist. Auf seine Weise schubst er einen in fremde Leben. Leben, das manchmal ein Albtraum ist, wovon man nichts wissen will, man weiß doch, so ist das Leben eben. Manchmal. Für manche. Und dann lässt er einen abrupt alleine dort stehen, erklärt nichts und alles zugleich, verschwindet einfach und die Geschichte ist aus. Und doch längst nicht vorbei. Manche enden leise, manche laut und nicht wenige mit einem tiefen Schlag in die Magengrube, nicht zuletzt in Hirn und Herz. Man ist nicht alleine, die Geschichte bleibt da.

ASCHE KT

„Die Dinge passieren und man kann nur mit ihnen leben.“ Sven Heuchert schreibt darüber in 14 Stories. Und man weiß nicht so recht, ob es nur seine Beobachtungen der Gesellschaft sind, sein spezieller Blick auf den Rand und die Abgründe ebenjener, und seine Gabe, sie in ausgeklügelte, messerschafte Worte gekleidet wiederzugeben. Oder ob sie nicht viel zu wahr klingen, um nicht selbst erlebt worden zu sein. „Manchmal braucht man halt seine Zeit, um dahinter zu kommen.“ Die Frage ist vielleicht eher, ob man es wirklich wissen möchte und ob es wichtig ist. Sven Heuchert: „Geboren 1977 in der rheinländischen Provinz. 1994 dann Ausbildung, seitdem in Arbeit. Erste Kurzgeschichte ‘Zinn 40′ noch in der Schule. Mit neunzehn Umzug nach Köln. Liebe, Reisen, kleine Niederlagen, große Niederlagen. Rückkehr in die Provinz.“ Das muss reichen. „Keine Preise.“ Unfassbar. 

„Es ging um andere Dinge, und es war das Schweigen darüber, das diesen Dingen ihr Gewicht verlieh.“ Sven Heuchert ist wie das Schweigen. Und es brüllt einen an.


ASCHE PV

14 Stories, das ist „Asche“. Limitiert, handnummeriert, und nur bei Sven Heuchert, nicht bei amazon oder Thalia, kein Kommerz, kein e book, kein Mainstream, kein Gerede. 12.- €:

kontakt@sven-heuchert.de


 

 

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