YaYa°MyEverydayLife

Besinnlichkeitsbesoffenheit

Glaube, Liebe, Hoffnung und der Weihnachtsmann

Wie federleicht und friedlich das Leben doch war, als der Weihnachtsmann noch naiver, kindlicher Glaube war.

Glaube …
Heute glaube ich (manchmal ein bisschen), dass wir nicht mehr als die perfiden Gedanken einer einzigen verrückten Seele sind. Er, sie, es kleidet sie in Worte und schreibt mit ihnen unsere Geschichten, in welchen wir glauben, lieben, hoffen. Neiden, hassen, töten.

Liebe …
Ich glaube (vielleicht noch ein bisschen) an Liebe, aber noch mehr daran, sich zunächst selbst zu lieben. Doch dazu bedarf es Mut, sich innen wie außen selbst zu lieben, bevor man diese Bürde einem anderen zumutet.

Vielleicht sind wir alle nur wie Weihnachtsbäume? Gezüchtet, um geschlagen zu werden. Dann werden wir Papier und aus den Papieren wird das Buch, in welchem diese verfluchte Weihnachtsgeschichte geschrieben steht – an die wir nicht mehr glauben, um so mehr wir das Leben bestreiten müssen – oder wegen derer wir von Andersgläubigen abgeschlachtet werden sollen, wenn wir an unserem Glauben festhalten.

Ich glaube (nicht nur ein bisschen), dass jeder Mensch ein trauriges Ghetto aus Abgründen ist, vielleicht erdacht von einer einzigen perfiden Seele, die ihren naiven, kindlichen Glauben beim Betrachten des Glaubens, der Liebe und der Hoffnung längst verloren hat. Aber ich glaube auch (ganz sicher), um aus einem Herzen eine Mördergrube zu machen, muss erstmal eines existieren. Hoffnung …

Vielleicht sollte das ganze Jahr über „Weihnachten“ sein. Melancholie 365 Tage im Jahr. Es wäre Alltag, dass Menschen versuchen würden, gut zu sein, oder wenigstens nicht allzu böse. Besinnung, anstatt Besinnlichkeitsbesoffenheit, über Geglaubtes, Geliebtes, Gehofftes. Es wäre Alltag, friedlich zu sein. Zumindest für die, welche (noch ein bisschen) an den Weihnachtsmann glauben.

Und nun wie alle Jahre wieder: HoHoHo! Der grinchy Weihnachtsherztext …


3x24StundenEinwegEmotionen

Während ausgeschlachtete Herzen selig sich erwärmen … verschließt sich eines. Abartige Tiefgründigkeiten lassen es erkalten, geheuchelte Beteuerungen verstummen.

Nur die guten Einmalvorsätze zaubern etwas ins Gesicht, was man wohlgesinnt als ein Lächeln bezeichnen könnte. Gekräuselte Lippen verselbstständigen sich und fliehen ohne Adieu hinaus in die Heilige Nacht. Zurück bleibt ein dünner, ausgefranster Strich, der Geschichten schreibt, die niemals gut ausgehen.

Abgegriffene Mehrwegworte treiben ätzende Tränen in die zu Schlitzen verengten Augen. Getrocknet werden sie mit den Gerippen der Scheinheiligkeiten, die andere zurückließen. Ausgetretene Pfade könnten damit gepflastert oder als gekörnte Brühe zu einem letzten Abendmahl verarbeitet werden. Ein Taufbad könnte darin genommen und suppende Wunden darin ausgewaschen werden

Es sucht sich in der Zeit und trifft auf zweiundsiebzig ausgeleierte Worte. Für jede Stunde eines. Stille Momente lautstarker Abrechnung, in denen selbst der früheste Vogel keinen barmherzigen Wurm mehr findet, der sich als Märtyrer anbietet. Vollgestopfte Tage aufgesetzter Besinnlichkeit verformen sich zu Albtraum geschwängerten Nächten, in denen temporär mundtot gemachte Monster zu todbringendem Leben erwachen. Bittersüße Lieder singend wandern sie Wahrheit suchend die Reihen der moralinsauren Seelen ab. Was nicht gefunden wird, wurde nicht aufrichtig gesucht. In der morgendlichen Dämmerung verwandeln sich Bestien in liebreizende Geschöpfe, die engelsgleich Güte und Erbarmen zelebrieren.

Es beugt sich dem bizarren Spiel auf Zeit. Wohldosierte Menschlichkeit plus abgewogene Glückseligkeit ergibt berechenbare Absolution. Verlässlich taucht sie das Ende eines jeden Jahres in folgenlose Einwegemotionen, welche zum krönenden Abschluss majestätisch im Feuerwerk der Bedeutungslosigkeiten verglühen. Während ausgeschlachtete Herzen selig sich daran erwärmen …


 „Alles ist durch das Wort geworden und ohne das Wort wurde nichts, was geworden ist.“ Oh, Blasphemie! Ich ergänze: ohne Leser wurde nichts, was geworden ist! Mein Herz gehört meinen Lesern, nicht nur an Weihnachten. Danke allen, die im Team Mrs.McH sind!

make a wish & live in peace


 

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