♥STINGS

TeufelsKrallen

Wir sind verschmolzen zu einem guten Bösewicht, der sein eigenes Herz erbrochen hat, um Platz für das des Anderen zu schaffen. Da wo sie gewesen sind, wächst nun wildes Gras, jeder Halm so tief im Anderen verwurzelt, wie die Wurzeln eines alten Baums.

Dort liegen wir, die Köpfe ineinandergesteckt, verbissen in unsere Lippen. Unser Blut schmeckt wie süßer Nektar und wir können nicht anders, als aneinander zu kleben. Würden wir uns trennen, verbänden uns klebrig zähe Fäden, so undurchtrennbar wie das Drahtseil, auf dem wir uns einst tanzend begegneten. Wir wären nie aneinander vorbei gekommen, hätten wir uns nicht fest ineinander gekrallt. Einer wäre gefallen. Jetzt stürzen wir höchstens noch gemeinsam ab. Im freien Fall. Das letzte was wir sehen würden, wären unsere Gesichter. Meins in deinem, deins in meinem. Den Teufel im Antlitz eines Engels. Doch längst sind die Wurzeln, die wir ineinander geschlagen haben, viel zu tief. Wir können nicht mehr fallen. Und niemand kann uns fällen.

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2 Kommentare zu “TeufelsKrallen

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