Puzzlement

Oberflächenunterseite

Träge dümpeln und wabern wir an der Oberfläche herum. Es ist so einfach über übelriechende Leichenberge zu krabbeln. Arme, Beine, lose Köpfe. Und Gekröse. So viel Gekröse auf blitzeblanker Oberfläche, worauf es sich leicht ausrutschen lässt. Aus allem tropfen und fließen zähe, alte Säfte, die sich in uns sammeln wie am Boden eines modrigen Erdlochs und uns vergiften und verderben, bis unsere verdörrte Haut zu knistern beginnt. Immer so weiter, weiter, weiter sollen wir sinnlos aus fremden Gedärmen Saiten spinnen, mit welchen wir niemals unsere eigene Melodie spielen werden können.

Es gibts nichts, an was wir uns wirklich nähren können, außer an uns selbst. Doch stattdessen sollen wir fressen und uns vergessen, uns durch vergammelte Traditionen und vor sich hinköchelnde Konventionen hindurchbeißen. Egal, wie satt wir uns vordergründig davon fühlen, diese Farce kann uns niemals nachhaltig am Leben halten.

Die alte Haut muss runter. Muskeln und Fasern gehören von den Knochen geschält, die selbigen müssen pulverisiert und in Brachwasser gelöst durch unsere ausgetrockneten Kehlen fließen. Wir müssen uns zum Aasgeier der eigenen Überreste erhöhen, auch wenn die Alten und Fetten das mit Argwohn betrachten. Sie zücken ihre Peitschen. Immer weiter, weiter, weiter wollen sie uns treiben, die Oberfläche zu polieren.

Doch wir müssen uns nach außen stülpen, ganz gleich wie hässlich es sein wird. Ein Auge muss sorgfältig herausgepuhlt werden, damit das in unserem geleerten Kopf Verbliebene es genau betrachten kann. Bevor wir es hinunterschlingen. Es muss gut zerkaut werden und umso lauter wir dabei schmatzen, desto effektiver werden wir sein. Wir müssen den zähen Augenbrei mit bitterer Flüssigkeit hinunterspülen. Doch nicht mehr mit dem Süppchen, das andere uns einst kochten. Wir müssen uns zerlassen wie saure Butter und ausbraten wie schimmeligen Speck. Alles einst vorgegebene Schöne in uns muss zersetzt und alles Hässliche emporgehoben werden, wie heißer Brei ausgestellt in den Schreinen unserer Phantasie. Wir müssen es betrachten und endlich, endlich, endlich eigene Gedankensaat in uns pflanzen. Auf die Unterseite der Oberfläche.


 

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