Bisschen|Traurig | Aber|Wahr

An schwarzen Tagen

Noch bevor der Tag sich entfalten kann, knüllen wir ihn zusammen wie ein unnütz beschriebenes Blatt Papier. Wir schließen das Fenster, ehe die Vögel zwitschernd den neuen Morgen begrüßen. Freundlich vertreibt die Sonne die Wolken für uns, obwohl wir so auf Regen hofften. Wir ziehen die Vorhänge zu und sperren den lästigen Feuerball aus. Wir haben uns doch schon genug verbrannt. Der Tag soll so dunkel sein wie der Schatten, der schwer auf unseren Herzen liegt.

Wir verbringen den Tag damit, auf die Nacht zu warten. Doch ein flackernder Schimmer verdirbt uns den erlösenden Schlaf. Diesen Funken Hoffnung löschen wir mit unseren Tränen, die dieser Tage schon lange nicht mehr vor Freude fließen. Wir verwässern unsere Erinnerung und plätschern hadernd im bittersüßen Sud der unendlich scheinenden Gegenwart. So lange, bis uns schwarz vor Augen wird.

Mit fiebrigen Seelen erwachen wir gerade noch rechtzeitig, um den anbrechenden Morgen zu verdunkeln. Wir wissen nicht mehr, wann die dunkle Zeit begann und fürchten uns, zu erfahren, wann sie endet. Schwarze Tage zählen wir nicht mehr. Sie gehen immer irgendwann vorbei. Das wissen wir, seitdem sie wiederkamen. Leider erinnern wir uns daran nicht, wenn graumeliert zu schwarz geworden ist. Wir sollten es uns aufschreiben.

An hellen Tagen.


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