Bisschen|Düster

#UseYourTime

• Brennende Felder • Wir schauen auf die Felder. Voller Stolz und voller Glück. Soviel gesät, soviel geerntet, Jahr um Jahr. In Dürren gehungert, in Fluten gestrudelt, Stürmen getrotzt. „Wir haben alles überlebt“, murmeln wir dankbar. Ja. Am Ende wurden wir immer irgendwie satt.

Mit dickgefüllten Bäuchen suhlen wir uns wohlig in unserer Ernte, spielen übermütig mit dem Feuer und zündeln ein Mal zuviel. Zu fett und träge geworden, können wir den Brand nicht mehr löschen. Entsetzt starren wir in die vernichtenden Flammen und fragen uns, was übrig bleiben wird.

Mit kalten Füßen betreten wir die verbrannte Erde. Noch einmal durchpflügen wir die mürben Äcker und bringen schweigend neues Saatgut aus. ‚Da wächst kein Gras mehr‘, denken wir betrübt, doch säen, heimlich Hoffnung nährend, weiter.

Wir schauen auf die Felder. Voller Wehmut und voller Zorn. „Wer ist schuld?“, fragen wir uns und verwehren uns die Antwort. Unterdrückte Flüche verschließen unsere Münder, ungesagte Gebete sammeln sich feucht in unseren Augen, bittere Tränen wässern unseren Boden. Ja. Jetzt müssen wir warten. Auf neues Leben oder Tod.


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