Worte | NichtsAlsWorte

[PALPITATION/EN, von lat. palpitāre (zucken), umgangssprachlich auch Herzklopfen oder Herzstolpern genannt, bezeichnet die bewusste Wahrnehmung des eigenen Herzschlags dahingehend, ob er zu langsam, zu schnell, unregelmäßig oder mit normaler Geschwindigkeit erfolgt.]


Palpitationen. Man muss ein bisschen den Verstand verlieren, um sie zu fühlen. Und so ist es mit den Worten, mit den Gedichten und den Geschichten. Worte. Nichts als Worte.

»Ende. Am Ende wird manch einer sich des Anfangs gewahr. Doch einen Anfang suchen sollte nur jener, der ein Ende erwartet. Wer sich von dieser Vorstellung löst, ist bereit für meine Geschichten. Vielleicht würden sie gar nicht sein, wenn wir uns nicht begegnet wären. Damals. Oder jetzt. Anfang.«

Wenn ich schreibe, kann ich tun und lassen, was ich will. Aus Lügen mach ich Liebeslieder und Sehnsüchte zu Wahrhaftigkeiten. Ich kann Glück unendlich schreiben und Leidenschaften stillen ohne Schmerz. Ich male Regenbogen in Schwarz-Weiß und den Tod in allen Farben dieser Welt.

Wenn ich schreibe, kann ich auch euch erschaffen. Oder euch eurer Existenz berauben. Ich denke mir euch groß und weise oder klein und wunderlich. Ich lasse euch tief sinken oder in den Himmel steigen. Ich mache euch zu meinen Engeln und mich zu euren Flügeln. Ich kann mich friedlich mit euch leben lassen und wenn ich lebe, weiß ich, dass das alles nur Geschichten sind, keine einzige davon ist wahr. Den Sinn eurer Dämonen kann ich mir begreiflich machen – wenn ich schreibe – und ihnen alles verzeihen. Vergessen kann ich nichts, denn es steht nun so geschrieben. Worte. Nichts als Worte.


KOMM.

Flut. Wellen brechen unsere Worte.

Wie in Luftpolsterfolie gewickelte Kristallgläser

verhüllt das Rauschen der Brandung ihren Sinn.

Die Erschütterung setzt später ein. Ebbe.

GEH WEG.